Sonntag, 27. Oktober 2019

Ich klingele, trete wenig später ein, erhalte ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk in die Hände, bekomme wortlos noch eine Nachricht übermittelt, die uns sekundenschnell weinend in den Armen liegen lässt. Wenn es Zeit wäre, wieder Worte zu finden, um eine Million Fragen zu stellen, hören meine Tränen nicht mehr auf.

Als ich gehe, streifen meine Hände ganz bewusst das Treppengeländer im Hausflur, wie ich es oft tue, wenn bestimmte Stunden schwer an Bedeutung wiegen und ich sie später fotografisch wieder abrufen möchte. Dabei fällt mir ein: Wie oft haben meine Hände schon über Papier gestrichen und ich mir den schönsten Moment zum Schreiben darauf aufbewahrt. Und wie viel teures Papier liegt eigentlich zuhause in meinem Schubfach und wartet seit Ewigkeiten auf diesen Moment? Einige werden kommen, andere nie. 

Wie oft meine Hände noch über erinnerungswürdige Momente streifen und wie oft ich mir wünschen werde, bestimmte Menschen wären so ein Moment, den ich berühren könnte, weiß ich nicht. Aber ich bin sehr neugierig, tanze bis zur schweren Altbauhaustür, spinge mit einem Satz auf den Gehweg und renne los.

Wohin? - Dorthin.
Sechzehn Kilometer. Oder ein Katzensprung. 
Aber erstmal nach Hause; Schubfach aufräumen.

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