Montag, 30. Januar 2012

kleiner Traum

Ich bin auf dem Weg zur Arbeit. Die Eiseskälte macht mir nichts aus, nein, es ist eher die Kälte irgendwo da ganz tief drin in mir, die mich erschauern lässt. William Fitzsimmons singt in meinem Ohr. Seine Lieder lassen mich auf wundersame Art erden, sie sagen mir, dass irgendwie schon alles okay ist, so wie es ist. Realität und Traum fangen an zu verschwimmen und ich zweifle, ob das alles so stattgefunden hat, wie es in meiner Erinnerung lebt.

Ich war mit dem schönsten Mann des ganzen abends aus und so stolz, mich mit ihm sehen zu lassen. Doch irgendwo zwischen Wein, Musik und Glücklichsein habe ich ihn verloren. Und ich rede hier nicht von verlieren, so wie man einen Schlüssel verliert, oder die Pfandmarke des letzten Biers. Nein, ich habe ihn offenbar auf die Art verloren, bei der nicht mal die keinste Hoffnung auf ein Wiedersehen besteht. Zack! Innerhalb von fünf Minuten. Und doch war es ein schleichender Prozess. Vermutlich hat mich diese Stadt längst aufgegessen und ich habe es noch nicht einmal bemerkt. War früher die plötzliche Emotionalität Menschen gegenüber meine schönste Schwäche, ist sie heute kaum noch vorhanden und wurde nun zum Verhängnis. Ich habe mir fest vorgenommen, das wieder zu ändern. Ein bisschen eher und ich hätte den schönsten Mann des abends vielleicht nicht verloren, sondern gewonnen. Wer weiß.

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